Über uns

Felix

Erfinder der Landy Bausätze. 

 

Ken

Berater und Inspirator

 

Mika

Härtester Produkttester


Die Holzlandys

Ich mache die Holzlandys nebenberuflich aus Leidenschaft. Obwohl sie maschinell gefräst werden, steckt in jedem Bausatz viel Aufwand. Es ist eben keine Massenproduktion aus Fernost sondern Qualitätsarbeit aus der Schweiz.

Allgemeines über Land Rover und uns

Im Januar dieses Jahres endete die Produktion des legendären Land Rover Defenders nach 68 Jahren. Für viele Fans war es das Ende des letzten kompromisslosen Geländewagens. Kompromisslos? Weit gefehlt! Der Land Rover war eine Mischung aus Auto und Traktor. Und dieser Kompromiss war genau das, was England nach dem zweiten Weltkrieg brauchte. Ein Arbeitstier, welches günstig und robust war und die Aufgaben zweier Fahrzeuge vereinte. Dieses Konzept war so erfolgreich, dass sich der 'Lückenfüller', der lediglich die Nachkriegs-Krise überbrücken sollte, zum 60-jährigen Dauerrenner entwickelte. Die Inspiration zum Land Rover hatte Maurice Wilks, technischer Direktor von Rover, durch einen Willys Jeep, den die US-Army nach dem Krieg zurückgelassen hatte. Er war begeistert von der Einfachheit dieses Fahrzeuges und beschloss eine verbesserte Kopie des Jeeps zu entwickeln. Der Land Rover war geboren.

Simple Technik = gute Technik!

Von der Serie I bis zum letzten Defender blieb sich der Land Rover treu. Die Technik sollte simpel und zuverlässig und die Produktion möglichst günstig sein. So kam er zu seiner unverwechselbaren, kantigen Form. Die Herstellung gerader Bleche und Scheiben ist günstiger als aerodynamisch Gebogene. Weil Stahl nach dem Krieg kaum erhältlich war, wurden die Landys aus genieteten Aluminiumblechen auf Stahlrahmen gefertigt.  Der Motor liess sich anfangs elektrisch oder mit einer Handkurbel starten und vom Getriebe führe ein Wellenanschluss bis zum Heck des Fahrzeuges, damit Anhänger und landwirtschaftliche Maschinen betrieben werden konnten. Die geteilte Windschutzscheibe konnte bei Steinschlägen von jeder Glaserei ersetzt werden und das zum halben Preis, weil ja nur die Hälfte ersetzt werden musste. Der Kabinenaufbau bestand aus Elementen, so dass das gleiche Auto auf verschiedene Arten zusammengebaut oder umgebaut werden konnte, ähnlich wie ein Lego-Auto. Als Folge war das aufgeschraubte Dach schon bei Neuwagen generell undicht. Dieses Auto war von vorne bis hinten nur auf Funktionalität ausgerichtet, Design und Komfort waren unwichtig. Also ein puristischer Geländewagen mit Traktor-Genen, aber ein guter Kompromiss.

Der Land Rover und ich

Dem aufmerksamen Leser ist bestimmt nicht entgangen, dass ich von diesem Auto ziemlich angetan bin. Das liegt daran, dass ich mich vor acht Jahren in Australien mit dem Landy-Virus infizierte und mich das überzeugende Fahrzeugkonzept bis heute begeistert.

Mein Landy war ein Series III mit Baujahr 1979. Wir fuhren zusammen zehn Monate lang durch dick und dünn... und Wasser, Sand, Schlamm. Wir waren unaufhaltbar. Aber abgesehen davon, dass das Auto sehr gute Geländeeigenschaften hatte, brachte es uns auch in der Zivilisation weiter. Beinahe jeder Australier hatte einen Bezug zur englischen Legende und so ernteten wir Sympathiepunkte wohin wir kamen. Es gab kaum ein Lagerfeuer ohne dass uns jemand auf das Auto ansprach, Geschichten über den eigenen Landy erzählte oder nützliche Tipps gab.

Das krönende Abenteuer dieser Reise war die lange Fahrt ans Cape York, dem nördlichsten Punkt Australiens. Von Cairns gestartet waren wir fünf Wochen abseits der Zivilisation und gepflasterter Strassen. Ein Trip dieser Art führt einem vor Augen wie unwichtig unsere Alltagssorgen sind, wie man sich unnötig von Uhren versklaven lässt und dass unsere Wertvorstellungen meist Hirngespinste sind. Stress und Burnout sind künstlich erzeugte Probleme.

 

Die wirklich wichtigen Fragen sind; haben wir genug Wasser und Esswaren? Reicht das Benzin bis zum nächsten Roadhouse? Wird das Auto die nächste Flussdurchfahrt meistern? Gibt es hier Krokodile? Gleichzeitig lernt man neue Werte kennen. Das passende Werkzeug dabei zu haben ist unbezahlbar. Aber das wertvollste im Outback sind gute Menschen! Freunde auf die man sich verlassen kann und die immer für eine positive Stimmung sorgen. Zum Glück hatten wir auch diese dabei!

Eine Liebeserklärung aus Holz

All diese altklugen Erkenntnisse über Uhren und Stress nützen einem nichts, wenn man in unsere hektische Welt zurückkehrt. Viel Zeit ist vergangen seit den Abenteuern in Australien. Der Landy ist weg, aber nicht vergessen. Die Pflichten des Alltags und die Zwänge der Gesellschaft zerren an den Nerven, aber ein kleiner Teil von mir träumt täglich von Abenteuern und Landys.

Und so kam es, dass ich für meine Nichte einen Landy aus Holz bastelte. Die geraden Kanten und Flächen prädestinierten den Land Rover dazu aus Holz gemacht zu werden. Den Ersten habe ich noch mit der Laubsäge gemacht. Inzwischen habe ich diese durch eine Fräsmaschine ersetzt und die Baupläne akribisch verfeinert bis ein massstabgetreuer Holzbausatz für den inzwischen ausgestorbenen Land Rover Defender entstanden ist.

Mein zweijähriger Sohn spielt nun schon seit über einem halben Jahr mit seinem Holzlandy. Und obwohl er sehr intensiv damit spielt, immerhin ist er sein absolutes Lieblingsspielzeug, ist das Auto aus dünnem Sperrholz immer noch gut im Schuss. Klar, ein paar Dellen gibt es schon und manche Teile mussten neu geleimt werden. Aber er lebt noch! Und was wäre schon ein Defender ohne Dellen? Genau wie das Original ist auch der kleine Holzlandy unverwüstlich und vor allem immer reparierbar, was man von Plastikspielzeug nicht sagen kann. Ausserdem lässt sich ein Holzauto individuell gestalten. Einerseits kann man es nach eigenem Gutdünken bemalen, andererseits lässt es sich auch umbauen. Mit wenigen Modifikationen wird aus dem Station Wagon ein Pickup, Kranwagen, Schneepflug oder was auch immer. Wie sein Vorbild ist auch der Holzlandy sehr wandelbar. Erfahrungsgemäss macht der Zusammenbau des Bausatzes genau so süchtig wie eine Fahrt mit dem originalen Urgestein.

 

PS: Der Land Rover wurde nicht wegen mangelnder Nachfrage vom Markt verdrängt, sondern weil die Ecken und Kanten die Fussgängerschutznorm der EU nicht mehr erfüllen konnte.